Medic Quadriga 2026

In den letzten Wochen hat die Sanität der Bundeswehr den Landes- und Bündnisfall aus medizinischer Sicht geübt. Dabei ging es um die Versorgung und den sicheren Transport verletzter Soldaten aus dem Einsatzgebiet – man ginge im Fall der Fälle von bis zu 1.200 Soldaten/Tag aus – sowie um die Verteilung im Bundesgebiet auf zivile Krankenhäuser. Daher waren an Medic Quadriga von den 1.250 beteiligten Personen auch 250 zivile Rettungsdienste wie die Malteser und das DRK beteiligt.

Es wurde in den letzten Wochen nicht nur der Verlegemarsch an sich geübt; auch wurde der Rücktransport vom CCP (Casualty Collection Point) auf dem Gefechtsfeld mit dem GTK Boxer Sanität bis zur Rolle1 (erste notfallmedizinische Versorgung) geübt. Für den Weitertransport zwischen Rolle 1 und Rolle2 (Not-OP auf dem Gefechtsfeld) kommt der EAGLE zum Einsatz, der aber nur teilgeschützt ist. Zwischen Rolle 2 und 3 wird der Verwundetentransport-Container (GVTC) genutzt, ein geschützter LKW mit Platz für 4 liegende Patienten und 2 sitzende. Kommt der verwundete Soldat an Rolle 3 an, befindet er sich in einem vollständigen Einsatzlazarett. Dieses kann bis zu 144 Soldaten aufnehmen, hat eine Intensivstation und wird von bis zu 300 Ärzten, Sanitätern und Helfern betrieben. Für den Aufbau dieses Lazaretts benötigt die Bundeswehr lediglich 10 Tage!

Am gestrigen Freitag wurde die gesamte Übung durch den Befehlshaber des Zentralen Sanitätsdienstes Generaloberstabsarzt Dr. Ralf Hoffmann vorgestellt; daneben waren weitere hochrangige Generalärzte wie Dr. Almut Nolte und Dr. Johannes Backus, dazu der Verteidigungsminister Boris Pistorius und der Wehrbeauftragte Henning Otte vor Ort. Die geladenen Gäste aus Politik und Wirtschaft bekamen viele wesentliche Informationen über die Übung und die notwendige enge Vernetzung mit der zivilen Gesundheitsversorgung geliefert. In einer kleinen Produktmesse wurden zudem Neuheiten im Verwundetentransport vorgestellt, wie zum Beispiel der Verwundetenzug von Alstom und Rheinmetall oder die Drohne von Avilus.

Auch wurde gestern in drei Präsentationen die Versorgungskette mit einem fiktiven Rücktransport verletzter Soldaten aus dem Kampfgebiet nach Hause vorgeführt.

‼️ Fazit: Eine sehr wichtige Übung, die deutlich macht: In einem LV/BV-Fall ist auch das zivile Gesundheitssystem massiv gefordert. Die Verwundetenversorgung kann nur gesamtstaatlich gelingen! Ich erwarte, dass das geplante Gesundheitssicherstellungsgesetz die Erkenntnisse dieser Übung entsprechend berücksichtigen wird.

Danke für einen großartigen Tag mit der Sanität, den Feldjägern, dem ABC-Schutz und den Kameraden beim Wachbataillon. Danke für Euren Dienst, liebe Kameraden! 🫡🇩🇪

Dann, wenn es gilt! 🚀 💯