Frühjahrs-Symposium des FKH

An den letzten zwei Tagen fand das Frühjahrs-Symposium des Förderkreises Heer statt – dieses Mal zu Gast bei MBDA in Schrobenhausen. Eingerahmt von Produkten des Unternehmens – u.a. Taurus, Joint Fire Support Missiles, Anti-Drohnen-Lenkflugkörper – kamen 200 Vertreter aus der Rüstungsindustrie, Politik und Bundeswehr zusammen. Das Thema war „Wirkung als Kernelement der Landes- und Bündnisverteidigung“. Mit zahlreichen Referenten aus der Bundeswehr (u.a. Planungsamt, Kommando Heer, Innovation & Cyber im BMVg) und der wehrtechnischen Industrie (u.a. MBDA, Diehl Defence, KNDS, Elbit, Dynamik Nobel, Heckler & Koch, Quantum, Helsing) wurde das Thema umfassend beleuchtet.

Da die Sitzung unter Chatham House Rules und unter hohen Sicherheitsauflagen stattfand, können hier nur einige Highlights wiedergegeben werden:

📍Angesichts der Bedrohungslage und dem künftigen Gefechtsfeld liegen die 5 Prioritäten des Heeres auf: 1) Schutz vor Bedrohungen aus der Luft, 2) Erzielung indirekter Wirkung u.a. durch Artillerie und UVAs, 3) Elektromagnetischer Kampf aller Truppen, 4) Tiefe Integration unbemannter Systeme und 5) digitale Führungsfähigkeit und KI.
📍Der Operationsraum der Zukunft ist transparent bis gläsern, ist gekennzeichnet durch bemannte wie unbemannte Systeme, multidimensional, datenzentriert und beschleunigt. Um in diesem dynamischen Umfeld die Kontrolle über das Gefechtsfeld zu behalten, ist viel Innovation und Eigeninitiative nötig
📍Die sog. Kill-Zone – durch Drohnen/UAVs kontrollierte Zonen an der Front – beträgt bereits 30-40km und weitet sich weiter aus
📍Anforderungen an Abstandswaffen steigen weiter, so dass neben der Rohr-Artillerie mit Reichweiten bis zu 40km (Panzerhaubitze, Palladin) Raketenartillerie entwickelt wird. Hier wurden verschiedene Modelle vorgestellt, die auf unterschiedlichen Plattformen funktionieren, u.a. Artilleriegeschützmodul
📍Allgemeiner Tenor: Es braucht weiter eine Beschleunigung in der Aufrüstung und Beschaffung. Dafür sind viele der Prüf-und Qualifizierungsschleifen wie auch allgemein die Prozesse und Verwaltungsvorschriften zu hinterfragen bzw. zu reduzieren. Auch muss angesichts stetig steigender Innovationsdynamik das Motto „Iteration statt Perfektion“ gelten.

Neben den Fachvorträgen gab es genügend Zeit zum Netzwerken. Auch eine Würdigung durch die Politik kam nicht zu kurz, u.a. durch ein Grußwort von Florian Herrmann aus der Bayerischen Staatskanzlei.

Wie immer also eine Top-Veranstaltung mit Hochwertreferenten und -Gästen. Danke an den Förderkreis Heer wie auch den Gastgeber Guido Brendler von MBDA! 👏

Dann, wenn es gilt! 🚀💯